Das Ritiro in Terra Vecchia im Centovalli

Über den Ort, den Alltag und die Geschichte des Ritiro.

DER ORT

Terra Vecchia im Centovalli

Stille und Natur

Ritiro bedeutet Rückzug. In Terra Vecchia ziehen wir uns für eine begrenzte Zeit zurück. 

Nach Terra Vecchia gelangst du ab Locarno mit der Centovalli-Bahn (FART) bis Verdasio. Dort nimmst du die Seilbahn nach Rasa. Ein Bergwanderweg führt dich einen waldigen Hang hinunter. Hier ist es still, nur Blätter und Eidechsen begleiten deine Schritte.

Nach 15 Minuten erreichst du das Ritiro Terra Vecchia: Eine Kirche und ein steinernes Gemeinschaftshaus, umgeben von einem Terrassengarten mit Blumen, Kräutern und Obstbäumen.

Gemeinschaft und Rückzug

Du bist eingeladen, für ein paar Tage oder eine Woche in einer familiären Gruppe Gleichgesinnter zu leben. Das Gemeinschaftshaus («Casa Convento») bietet Platz für rund 12 Personen in kleinen Einzel- oder Mehrbettzimmern, dazu ein Matratzenlager unter dem Dach.

Du brauchst mehr Rückzug?
Dann ist die etwas abseits gelegene Einsiedelei («Eremo») etwas für dich.

DAS LEBEN IM RITIRO

So sieht dein Alltag im Ritiro aus

Weisheit aus dem Kloster

Das Leben in Terra Vecchia orientiert sich an der Mönchsweisheit «beten und arbeiten» (Lateinisch: ora et labora). Eine klare Tagesstruktur verleiht deinem Aufenthalt Ruhe.

Am Vormittag kannst du dich bei gemeinsamen Tätigkeiten einbringen, der Nachmittag steht dir zur freien Verfügung. Vor den gemeinsamen Mahlzeiten bist du zu Stille und Gebet in die Kirche eingeladen. Im Abendgespräch kannst du das Erlebte reflektieren.

Alle wirken mit

Das Leben in Terra Vecchia ist bewusst einfach. Wir kochen auf einem Holzherd mit den Lebensmitteln, die wir selbst mitbringen. Einen Laden oder Angestellte gibt es nicht.

Darum braucht es auch deine Mitarbeit: Im Ritiro kannst du Holz spalten, kochen, putzen oder den Garten pflegen. Das Tempo gibst du dabei selber vor.

DIE GESCHICHTE

Vision und Entstehung des Ritiro Terra Vecchia

Die Vision

1969 kaufte Jürg Zbinden das verlassene Dorf Terra Vecchia im Centovalli und begann, es gemeinsam mit Menschen am Rande der Gesellschaft wieder aufzubauen. 1973 entstand die Fondazione Terra Vecchia, die die Dörfer Bordei und Terra Vecchia erhalten und Jugendlichen mit sozialen Problemen Halt geben wollte. Mit Hilfe von Freiwilligen und Fachleuten konnten rund 30 Gebäude renoviert oder wiederaufgebaut und eine erfolgreiche sozialtherapeutische Gemeinschaft geschaffen werden. Viele junge Menschen fanden hier Orientierung und Unterstützung. 2004 wurde für die Bewahrung von Land und Gebäuden die Fondazione Terra Vecchia Villaggio (heute Fondazione Terra Vecchia Bordei) gegründet.

Verbindung von Arbeit und Gebet

In den 1980er-Jahren half der Arbeiterpriester Josef Moser aus Luzern erstmals beim Wiederaufbau. Schon während der Renovation der Kirche fanden abends die ersten gemeinsamen Gebetszeiten statt, indem eine Ikone, eine Kerze und einige Schemel aufgestellt wurden. So entstanden die ersten «ora-et-labora-Wochen». Später wuchs der Wunsch, Terra Vecchia ganzjährig zu beleben: Im Jahr 2000 wurde der Verein Ritiro Terra Vecchia gegründet und 2016 das Gemeinschaftshaus «Casa Convento» errichtet, das die früheren Holzbaracken im Wald ersetzte.

Nachbarschaft

Der in Sichtweite gelegene Kern des Dorfes Terra Vecchia mit seinem halben Dutzend im typischen Tessiner Stil wiedererrichteten Steinhäuser beherbergt heute ein Ecovillage mit Sanctuary . Mit der Gemeinschaft im Sanctuary lebt der Verein Ritiro Terra Vecchia in freundnachbarschaftlicher Beziehung.

Ankommen. Einfach.
Langsam. Tief.